Bosnien-Herzegowina - zwischen Kriegstraumata, politischen Konflikten und Arbeitsmigration
25.03.2026, 19:00 - 21:30 Uhr Teilnahmegebühr: 5,00 €
Bosnien-Herzegowina - zwischen Kriegstraumata, politischen Konflikten und Arbeitsmigration
In Bosnien-Herzegowina sind die Auswirkungen des Krieges, dessen Ende sich 2025 zum 30. Mal jährte, noch überall sichtbar und spürbar, Nationalismus und ethnische Diskriminierung noch allgegenwärtig. Der Genozid in Srebrenica, dem Anfang Juli jeden Jahres tausende Menschen auf einem 100 km langen Friedensweg von Srebrenica nach Tuzla gedenken, markiert das internationale militärische Eingreifen in den Krieg und dessen Ende mit dem Daytoner Friedensabkommen im Dezember 1995.
Seit dem Anwerbeabkommen von 1968 kamen hunderttausende Menschen aus dem damaligen Jugoslawien in die Bundesrepublik, um hier zu arbeiten. In den Kriegsjahren 1992-95 hat allein Deutschland mehr als 300.000 Menschen aufgenommen, von denen viele ab ca. 1998 mit dem Ende ihrer „Duldung“ in ihre Heimat zurückkehrten. Spätestens seit 2005 treibt die prekäre soziale und unsichere politische Situation des Landes jedes Jahr tausende vor allem junger Menschen als Arbeitsmigranten in die EU. Mit der Nachfolgeregelung zur sog. Westbalkanregelung hat die Bundesregierung seit 1.1.2021 erneut für Staatsangehörige der sechs Westbalkanstaaten einen privilegierten Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt geschaffen.
- Wie ist die aktuelle politische und gesellschaftlich-soziale Situation in Bosnien und welche geschichtlichen Ereignisse liegen dem zugrunde?
- Wie ist die Arbeitssituation in Bosnien-Herzegowina und welche Auswirkungen hat die Arbeitsmigration für das Sozialwesen in Bosnien?
- Wie ist das Verhältnis der EU zum Westbalkan und welche Annäherungsprozesse gibt es? Welche Bedeutung hat die aktuelle politische Situation in den USA und in Russland für die weitere Entwicklung im Westbalkan?
- Welche Rolle spielt die Zivilgesellschaft in Bosnien und welche gemeinsamen Projekte gibt es mit NGO´s in Deutschland?
Diese und andere Fragen sollen bei dem Vortrag – neben Infos und imposanten Bildern zu den Bergwelten und zur kulturellen Vielfalt Bosniens – erörtert und zur Diskussion gestellt werden.
Reinhard Griep, langjähriger Leiter der Jugendbildungsstätte Walberberg und pax christi Mitglied, hat die Bonner Bosnien Initiative mit gegründet, die während des Krieges für viele Flüchtlinge in Bonn und Umgebung Gastfamilien gesucht und die Geflüchteten begleitet haben. Daraus haben sich dauerhafte persönliche Freundschaften entwickelt, die er seit 1999 bei fast jährlichen Besuchen in Bosnien pflegt und ausbaut. Dazu gehört auch die Unterstützung von sozialen Projekten im Norden von Bosnien. Seit 2001 finden jährlich deutsch-bosnische Jugendbegegnungen statt, um die freundschaftlichen Kontakte und die europäische Perspektive zu stärken.
Die Teilnahmegebühr beträgt 5,00 Euro (Abendkasse). Es wird ein kleiner Imbiss gereicht.
Hier können Sie den Flyer downloaden.